›Sieh den Himmel‹ — Astrale Begeisterung in der Lyrik um 1900

Sophie-C. Hartisch (Literaturwissenschaftlerin) | Mo | 6.7.2026 | 20 Uhr | Conti-Foyer

© Privat

»Sieh den Himmel«, so beginnt Rilke das XI. seiner Sonette an Orpheus. Das tun wir und platzieren Mythologisches im Sternenrund, ist der Himmel uns doch fiktionaler wie epistemischer Raum geworden. Mehr noch, Rilkes Appell lässt sich im Zusammenhang seiner Zeit als Ausdruck eines gesteigerten kollektiven Interesses an Sternen und Kosmos lesen. Das schreibt Sophie-C. Hartisch in ihrer umfangreichen Studie Stern und Kosmos. In den Jahrzehnten um 1900 hatten Astronomie und Astrologie Konjunktur, eröffnete die Fotografie einen vielgestaltigen Weltraum. In der Lyrik dieser Jahre wird die Bedeutung jener »sternischen Verbindung« (Rilke) reflektiert. Wo stehen wir? Wer sind wir im Angesicht des Alls? Neben Rainer Maria Rilke schreiben etwa Else Lasker-Schüler, Stefan George oder Georg Trakl im Bannkreis der Sterne. Über Lyrik und Wissen um die Jahrhundertwende spricht bildgestützt Salon-Moderator Matthias Vogel mit Sophie-C. Hartisch. Eintritt: 12/6 €

Literaturhochhaus

Karten im Vorverkauf gibt es beim Buchladen Annabee und online über Rausgegangen.