Im Norden Dänemarks, in Jütland, liegt die Jammerbucht. An ihrer Küste ragt der Bulbjeg empor — eine Kalksteinformation, deren untere Schichten 65 Millionen Jahre alt sind. Dort beginnt Liv Thastum ihr Lyrik-Debüt åben die erda. »wer hat uns hierhin gezeichnet«, fragt ein lyrisches Ich im ersten Gedicht und setzt damit einen thematischen Schwerpunkt: Wer sind wir? Wo kommen wir her? »jede linie — diese og denher und diese og denher – jede linje im fels / bezeugt mehrere generationen. eine schicht deutsch. eine schicht dänisch. und / ich mit meinen språchen. immer murmelnd in bewegung.« Herkunft, Sprachraum, Grenze sind drei bestimmende Bereiche, die Thastum in ihren Gedichten umkreist. Das geschieht nicht nur sprachspielerisch auf Deutsch und Dänisch, sondern bis in die typografische Gestaltung. SalonModerator Matthias Vogel spricht mit Liv Thastum über das Schreiben in und zwischen den Sprachen. Eintritt: 12/6 €
Literaturhochhaus




