Er ist nicht wieder da: Wie Hitler einmal nicht Hauptfigur wurde

Feridun Zaimoglu (Autor) | Di | 1.11.2022 | 20 Uhr | Conti-Foyer

© Horst Galuschka

Rollenprosa ist geil. Ich kann alles und alle sein. Und überhaupt, Kunst darf alles oder gar nichts. Ich kann also auch die Allerschlimmsten sein. Oder erfinden. Ist ja nicht echt. Well, what if? Feridun Zaimoglu schreibt ein neues Buch und hat Bock auf die ultimative negative Kreativempathie: Let there be Hitler. Warum auch nicht. Timur Vermes hat’s gemacht. Bruno Ganz hat’s gemacht. Und Konrad Kujau erst! Und Zaimoglu ist ja harter Fiktionsveteran! Aber irgendwas läuft schief. Zaimoglu hat die Gefahr, sich ins Herz der Finsternis – also in Hitlers Kopf – zu begeben, unterschätzt, weil, wer dringt hier eigentlich in welchen Kopf ein? Der Autor beginnt die Kontrolle über sich und sein Projekt zu verlieren. Worüber man auch, hinterher, gut schreiben kann: Bewältigung ist also so etwas wie eine Vergangenheitsbewältigungsbewältigung. Christoph Bungartz, Chef vom NDR Kulturjournal, fragt mal sicherheitshalber nach, ob’s jetzt wieder besser geht – und was zur Hölle überhaupt passiert ist. Eine Veranstaltung der NDR Reihe »Der Norden liest« – Herbsttour. Eintritt 12/8 €

Literaturhochhaus