Es gibt Menschen, deren Lebensbild gleicht der Geschichte eines Jahrhunderts. Peter Overbeck ist so ein Mensch. 1927 in Mannheim geboren, gerade alt genug, in den letzten Wochen des Naziregimes noch an die Front gejagt zu werden, beginnt er nach der Entlassung aus russischer Kriegsgefangenschaft ein Kunststudium, wandert 1951 nach Südamerika aus und erlebt in den sechziger Jahren den politischen Aufbruch des Kontinents. Als Kameramann begleitet er den Kampf der Revolutionären Linken in Chile, geht nach dem Sturz Allendes 1973 in den Untergrund und flüchtet. Bis 1994 lebt er in Brasilien, dann siedelt er mit seiner Frau Ruth in einen Kibbuz nach Israel über. Die kurze Epoche Allendes, die mit dem Datum Santiago, 11. September endete, gilt Peter Overbeck als die schönste Zeit seines Lebens: zwei Jahre, in denen der Traum von einem demokratischen Sozialismus als Möglichkeit aufstrahlte. Dann begann der Siegeszug des Neoliberalismus. Overbeck ist geblieben, was er immer war: Sozialdemokrat und Pazifist. Oder kurz: compañero. Im Gespräch mit Eckhard Stasch erzählt er aus seinem eindrucksvollen politischen Leben als Aktivist und Lichtfischer.
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