Der Plot, auf den Deutschlands bekanntester Comiczeichner Ralf König (Der bewegte Mann) in seinem neuen Meisterwerk Prototyp zurückgegriffen hat, ist allseits bekannt: Adam, der erste aller Menschen, aus Lehm geklumpt und mit göttlichem Odem behaucht, verschenkt seinen ewigen Platz im Paradies, weil er vom Baum der Erkenntnis nascht. Auch in Königs pointensicherer Version wirkt Adam darob sichtlich gezeichnet. Und er ist es auch! Ausgestattet mit typischer Knollennase, mit Sprechblasen übertitelt, die es buchstäblich in sich haben: In der Auseinandersetzung mit Gott, der ausschließlich Fraktur redet mit seinem Geschöpf, durchstreift Adam nach seinem erkenntnis-induzierenden Apfelbiss mal eben die Philosophiegeschichte der vergangenen 2000 Jahre. Und stellt – im Vorgriff auf Plato, Aristoteles, Augustinus, Galileo, Descartes, Kant, Feuerbach, Nietzsche und Einstein – die richtigen Fragen: Was sind die Grenzen der Erkenntnis? Was ist der Anfang aller Dinge? Und warum ist das Ding zwischen seinen Beinen tabu? Unterstützt von seinem Side-Kick, dem Lichtbringer Luz(ifer), formuliert Adam den Beginn seiner religionszersetzenden Aufklärung. Ralf König spricht – am Beispiel seiner Comicbilder auf großer Leinwand – mit Jens Meyer über eine Genesis, die sich zwar von Gott kein Bildnis macht, die ihn aber dafür als doch ganz liebenswerten Kontrollfreak mit Identitätsproblem zeichnet.
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