Wissenschaftsvermittlung als kulturelle Herausforderung

Joachim Bublath (Physiker/Journalist, München) | Mo | 24.11.2008, 20 Uhr | Conti-Foyer

Naturwissenschaft und Technik sind weltweit der Motor des Fortschritts. Und der läuft auf vollen Touren. Neue Technologien treten in so hohem Tempo auf den Plan und verdrängen ihre Vorläufer, dass der Eindruck einer permanenten Revolution nahe liegt. Das akademische Fachwissen, dem dies alles entspringt, explodiert förmlich. Wenn dadurch schon innerhalb der Wissenschaften gravierende Verständigungsprobleme auftreten, wie wenig verstehen dann Menschen mit sonst solider »Allgemeinbildung«? Diesem Kommunikationsproblem, das diffusen Ängsten und Technik-feindlichkeiten Vorschub leistet, hat sich als einer der ersten Joachim Bublath gestellt. 27 Jahre lang war er Leiter der Abteilung Natur-wissenschaft und Technik beim ZDF. Mit seiner Reihe Aus Forschung und Technik wurde er quasi zum Anchorman des Wissenschafts-fernsehens in Deutschland. In den 80er Jahren erfand er die Knoff-hoff-Show und verblüffte 79 Folgen lang das Publikum immer wieder mit selbstkonzipierten Experimenten. Die Show mit wissenschaftlichen Knalleffekten und Jazzband avancierte zur erfolgreichsten Wissenschaftssendung im deutschen Fernsehen und wird heute bei vielen Privaten kopiert. Bereits während seines Studiums kam der promovierte Physiker Bublath über den Studentenschnelldienst zum Fernsehen. Er arbeitete als Kameraassistent und mathematischer Berater beim Schulfernsehen. Zudem produzierte er Lehrfilme für viele Länder der Welt. »Warum soll man den Blöden das Fernsehen überlassen?« fragt Joachim Bublath. Der Aufklärung verpflichtet, stritt er sich gern mit dem Senderat über seinen Sendeplatz und die Themenwahl. Oder er verließ als einzige Stimme der Vernunft vor laufender Kamera die Talkrunde über Außerirdische bei Maisch-berger. Mit Matthias Nolte spricht er über die Motivation für seine Fernsehkarriere und über die Zukunft der Wissenschaft im Medium Fernsehen.

Kulturphänomene